Neulich am Telefon …

Eigentlich müsste der Titel lauten: “Neulich im E-Mail-Postfach”, denn es fing mit einer Mail an. Die kam von einem Studenten der Uni Saarbrücken, der mich nach Ratschlägen für den Einstieg als freiberuflicher Übersetzer während des Masterstudiums gefragt hatte. Also sozusagen nach dem Weg, den auch ich vor über zwei Jahren eingeschlagen habe.

Ich weiß nicht, wie es andere Freelancer so handhaben, ich habe solche erlebt (wenige aber!), die auf meine Kontaktanfragen eher ablehnend bis gar nicht reagiert haben und auch solche (die Mehrzahl), die mir gerne Auskunft geben und helfen wollten. Letzteren bin ich besonders dankbar, denn sie haben mir gerade zu Beginn meiner Karriere sehr geholfen. Jedenfalls konnte und wollte ich diese E-Mail nicht ignorieren – denn hier traute sich ganz offensichtlich jemand das, was sich viele nicht trauen: die Selbständigkeit. Während des Studiums! Also bot ich dem jungen Mann an, seine Fragen am Telefon zu klären, denn das geht erfahrungsgemäß schneller und einfacher.

Neulich am Telefon also … sprach ich mit diesem motivierten angehenden Übersetzer, der sich so ziemlich die gleichen Fragen stellte wie ich mir damals: “Wie komme ich eigentlich an Kunden und Aufträge ran?”, “Wie macht man das mit der Website/ist sie wichtig/kann man darüber Aufträge generieren?” und natürlich noch ein paar mehr, die sich im Laufe des Gespräches ergaben.

Vielleicht schüttelt jetzt der ein oder andere den Kopf und sagt: “Ja, wenn ich jedem hier kostenlos Ratschläge und hart erarbeitete Erfahrungswerte mitteile, dann mache ich bald nichts anderes mehr.” Ich habe natürlich nicht vor, eine Tradika-Beratungsstelle für angehende Übersetzer zu öffnen ;) Außerdem erreichen mich solche Anfragen nicht besonders oft. Von daher sah ich kein Problem darin, eine Stunde am Samstagvormittag aufzubringen.

Besonders schön war, dass mein Einsatz richtig gut ankam und der Student mir mehrmals dafür dankte, dass ich mir Zeit für ihn genommen habe. Vielleicht hat man es zwischen den Zeilen schon herauslesen können: Ich habe das gerne gemacht, denn ich konnte ihm hoffentlich Mut zusprechen, ihn in seiner Entscheidung stärken, etwas mehr Licht ins Dunkel bringen und ihm außerdem auch meinen Berufsverband (DVÜD e.V.) vorstellen, der für mich selbst so unglaublich wertvoll war.

Alles in allem war es ein sehr nettes Gespräch, bei dem sogar ich auf eine neue Idee für die Website gekommen bin. Man kann also immer auch von jüngeren Kollegen noch etwas lernen :)

Nun bin ich gespannt, wie sich die weitere Karriere entwickeln wird und ob ich selbst und/oder mein Verband für den angehenden Kollegen weiterhin hilfreich sind. So, wie ich damals als Nachwuchs den Rücken gestärkt bekam, so sollte man das auch mit anderen machen!

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1 Kommentar

  1. Liebe Sarah,

    ich finde es immer super, wenn man selbst in irgendeiner Form unterstützt wurde (und ich glaube, wir beide wurden ziemlich stark von Tanya und dem DVÜD allgemein unterstützt) und das dann auch weitergibt. Diese Ellbogenkultur sollte endlich der Vergangenheit angehören. Du hast damit einen Beitrag zu einem besseren Umgang unter Kollegen geleistet. Es sollte mehr Kollegen geben, die so denken. Aber ich hoffe, dass es in unserer Branche künftig mehr Menschen wie dich (und mich :P) geben wird, die sich als Netzwerk und eben Kollegen verstehen und nicht als Konkurrenten!

    Liebe Grüße
    Barbara

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