Wenn das Smartphone schwimmen geht

Mir ist passiert, was ja früher oder später passieren musste – das Smartphone hat sich seine Abkühlung einfach selbst organisiert. Aber von vorne.

Da gönnt man sich einmal nichtsahnend einen frühen Feierabend und verbringt den sonnigen Nachmittag am Hafen direkt am Rhein … Gerade, als ich mich auf den Heimweg machen wollte, habe ich mich am Treppchen zum Ufer runter nochmal nach dem Hund umgedreht, vorgebeugt und dann machte es “Flapp – Klatsch – Klatsch – Blubb”. Ich sah mein gerade mal 1 Jahr altes Smartphone aus der Tasche rutschen, auf die erste Stufe fallen (und dachte noch: Bitte, bleib liegen!), dann auf die zweite Stufe, dann auf die nächste Stufe, die schon unter Wasser stand und dann flutschte es komplett ins braune Wasser weg.
Dass es von nun an ein Unterwasserleben führen sollte, stand außer Frage – alle meine Nummern wären weg und ich hätte ein neues Gerät gebraucht! Also stieg ich sofort ins kühle Nass hinein, bis mein Mann mir versicherte, dass ich garantiert nicht drankommen würde, weil ich zu klein bin. Als ich ziemlich entgeistert und entsetzt verdeutlichte, dass ich dieses Handy un-be-dingt wieder brauche, und sei es nur wegen der SIM-Karte, stieg er eben hinein – in Jeans und T-Shirt.

Die peinlichen Einzelheiten (zum Beispiel die Blicke der vorbeifahrenden Bootsfahrer) lasse ich jetzt aus. Mein Mann konnte das Handy tatsächlich fassen und es hatte sich schön am Boden der Stufe festgesaugt. Klatschnass, aber mit Handy in der Hand, stieg er wieder aus dem Wasser und holte sofort den Akku raus – der Bildschirm war nämlich noch an. Zuhause haben wir das Handy komplett auseinandergeschraubt und die beiden verklebten Hälften regelrecht auseinanderschneiden müssen. Dann sollte es mindestens 2 Tage lang in eine verschlossene Box mit Reis. So sah das dann aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute, nach zweieinhalb Tagen, habe ich das Handy rausgeholt und Akku, die SIM- und SD-Karte wieder eingesteckt, das Handy zusammengeschraubt und angemacht.

Das Erfreuliche: Es ging an! Zum Glück hat es auch ganz normal funktioniert. Es kann wohl passieren, dass der Korrosionsprozess erst nach ein paar Wochen einsetzt und dann wichtige Teile kaputtgehen. Jetzt will ich aber mal optimistisch sein und denken, dass der Tauchgang nicht besonders lang war und wir den ertrunkenen Patienten auch fachgerecht versorgt haben, um so zur optimalen Genesung beizutragen.

Hat mein Smartphone jetzt einen Schutzengel gehabt oder was meint ihr? Habt ihr auch schon mal euer Handy (oder gar mehrere) zu einen unfreiwilligen Tauchgang gebracht?

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3 Kommentare

  1. Mir ist tatsächlich im Jahr 2006 mein Handy ins volle Waschbecken geplumpst. Das war ein Schiebehandy. Von Reis hatte ich keine Ahnung. Aber ich habe es auseinander genommen und die teile dann trocknen lassen. nach ein paar Tagen habe ich es wieder zusammengebaut – nix. Ich steckte es in eine Schublade und … vergaß es. Etwa ein Jahr später fiel es mir wieder in die Hände. Spaßhalber hängte ich es an den Strom. Und siehe da: funktionierte.

  2. Tja, mir nicht, aber ich weiß von einem ziemlich geplagten Smartphone aus meinem Umfeld, das Silvester 2012/13 ca. 30 Minuten lang in der Toilette ruhte, bis der nächste Benutzer es dort glücklicherweise entdeckte. Auseinanderbauen, gründlich trocknen lassen (auch ohne Reis, aber der Tipp ist gut), Akku laden – funktioniert bis heute; nur die Kamera war futsch. Nette Geschichte!

  3. Ulla

    Höhö, die Sache mit der Toilette habe ich letzte Woche wiederholt.
    Noch lebt es (wieder). Und ich war noch nie so froh über meine Angewohnheit, abgelegte Geräte nicht einfach zu entsorgen. Das alte Handy lag noch im Schrank, und sogar die (alten) Kontakte waren nocht gespeichert.
    Es hat sich etwas vorsintflutlich angefühlt, drei Tage lang unterwegs keine E-Mails abrufen zu können, aber eigentlich auch ganz entspannend…

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