Machen Selbständige Urlaub?

Selbst und ständig heißt es ja gerne. Wie macht der Selbständige dann aber Urlaub? Gibt es sowas überhaupt?

Ja, auch ein Selbständiger nimmt sich hin und wieder mal frei. Bei den freiberuflichen Übersetzern gibt es verschiedene Varianten, zum Beispiel: keinen Urlaub machen/in Urlaub fahren und Laptop+Arbeit mitnehmen/in Urlaub fahren und Handy+Laptop zu Hause lassen. Wenn man sich in den sozialen Medien bei Kollegen umhört, dann gehören viele selbständige Übersetzer zu der zweiten Gruppe und nur hin und wieder liest man Sätze wie: „Ich habe mein Handy und alles zu Hause gelassen und war einfach mal entspannt weg.“
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es schwierig ist, komplett offline zu gehen, denn es kann vorkommen, dass ein Kunde zu seinem kurz vor dem Urlaub abgeschlossenen Auftrag noch eine Frage hat oder man die Rückmeldung von neuen Kunden erwartet. Mit einer automatischen Abwesenheitsnachricht per E-Mail kann man zumindest dafür sorgen, dass neue Anfragen nicht unbeantwortet bleiben und auf den Anrufbeantworter sollte man natürlich auch eine entsprechende Ansage sprechen. Für mich ist es am besten, wenn ich mir tatsächlich im Urlaub eine arbeitsfreie Zeit gönne, ansonsten ist der Urlaub nicht zu 100 % erholsam. Mein Laptop ist zwar auf Urlaubsreisen immer dabei, aber nicht zum Arbeiten. Alle Anfragen werden vom Autoresponder beantwortet und können in Ruhe nach dem Urlaub abgearbeitet werden.

Das „Problem“ bei Selbständigen ist immer: keine Arbeit -> kein Geld. Wir werden leider nicht weiterhin bezahlt, wenn wir Urlaub haben. Das verleitet hin und wieder dazu, im Urlaub weiterarbeiten zu wollen. Man sollte aber auch die andere Seite betrachten: kein Urlaub -> keine Erholung und dadurch eventuell Qualitätseinbußen bei der Arbeit. Irgendwann braucht jeder Kopf eine Auszeit und die sollte er sich nicht dann holen, wenn gerade eine wichtige Übersetzung ansteht. Erfahrungsgemäß haben Kunden Verständnis dafür, dass der Dienstleister nicht an 364 Tagen im Jahr verfügbar ist.

Mein Fazit: Einzelne Ausnahmen kann man natürlich immer mal wieder machen, wenn zum Beispiel der Auftrag eines Stammkunden noch nicht ganz fertig ist und in den ersten Urlaubstagen fertiggestellt wird. Ansonsten sollte man sich seinen Urlaub doch dafür nehmen, wofür er gedacht ist: Abenteuer, Erholung, Verreisen, Balkonien – oder was sonst noch gefällt!

Wie verbringt ihr euren Urlaub?

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