Abschlussarbeiten an den Unis

Das ganze Jahr über erreichen mich Anfragen für ein Korrektorat einer Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit. Weil es also ein immer aktuelles Thema ist, möchte ich gerne ein paar Einblicke in meine Arbeitsweise geben und typische Fragen beantworten.

Wozu ist ein Korrektorat eigentlich gut?
Alle Studenten haben sich inhaltlich sehr gut in ihr Thema eingearbeitet und beschreiben komplexe Vorgänge und Sachverhalte auf teilweise über 100 Seiten. Dabei kann man nicht gleichzeitig noch auf eine komplett fehlerfreie Schreibweise achten. Typische Fehler sind Kommafehler, Schreibfehler (die übrigens gerne konsequent gemacht werden), Tippfehler wie Buchstabnedreher (ist es jemandem aufgefallen?) oder Fehler, die dadurch entstehen, dass ein Satz umformuliert wurde. Er fängt dann anders an, als er aufhört. Hier ist es wichtig, dass die Arbeit nochmals korrigiert wird, weil es ärgerlich wäre, eine inhaltlich einwandfreie Arbeit mit Flüchtigkeitsfehlern abzugeben.
Oft schleicht sich der erste Fehler schon auf dem Deckblatt ein, weshalb es ratsam ist, die Arbeit vollständig zum Korrektorat einzureichen.

Was wird alles korrigiert?
Kurz: Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik – und das von der ersten bis zur letzten Seite inklusive Deckblatt, Abbildungen,Tabellen und Verzeichnissen. Außerdem habe ich immer ein Augenmerk auf die Formatierung und lösche z. B. doppelte Leerzeichen oder füge geschützte Leerzeichen ein, damit bspw. Zahlen nicht über eine Zeile gebrochen werden. Beim Lesen fällt mir oft auch auf, wenn Abbildungs- oder Tabellennummern nicht mit dem Fließtext übereinstimmen – in solchen Fällen vermerke ich das gerne in Kommentaren.

Was wird nicht korrigiert?
Bei einem Korrektorat überprüfe ich den Stil nicht mit, denn das ist bei deutschen Muttersprachlern in der Regel nicht notwendig. Das heißt aber nicht, dass ich über seltsam formulierte Sätze einfach hinwegsehe! Fangen z. B. drei Sätze hintereinander immer wieder mit “Es ist” an, mache ich auch mal einen Kommentar mit einem Änderungsvorschlag. Auch wenn einzelne Sätze vollkommen unverständlich sind oder fünf Genitive hintereinander haben, mache ich eine Anmerkung und weise darauf hin. Logischerweise kann ich den Inhalt nicht überprüfen – dazu müsste ich Profi in fast allen Studienrichtungen Deutschlands sein. Es ist für eine Überprüfung der deutschen Rechtschreibregeln aber auch nicht notwendig, dass ich mich im Detail mit Kanban, Logistik, Romanistik oder der Rolle der Frau im 13. Jahrhundert auskenne.

Was kostet mich das?
Kurz und bündig: 2,89 € pro Wordseite. Und zwar inklusive Mehrwertsteuer. Das gilt für alle Arbeiten mit einer Schriftgröße von mind. 12, einem Zeilenabstand von mind. 1,5 und einem Rand von mind. 5 cm – dies sind bei den meisten Universitäten die Vorgaben für eine Abschlussarbeit.

Wie schnell geht ein Korrektorat?
Je nachdem, wie viele Seiten die gesamte Arbeit umfasst, muss ein Korrektorat etwa vier bis sechs Arbeitstage (Montag bis Freitag ohne Feiertage) vor dem gewünschten Liefertermin in Auftrag gegeben werden. Bei Arbeiten mit weniger als 60 Seiten zum Beispiel genügen vier Arbeitstage, bei 61-100 Seiten benötige ich fünf Arbeitstage und bei besonders umfangreichen Arbeiten mit über 100 Seiten sechs Arbeitstage.
Wenn es aber besonders schnell gehen muss, weil der Abgabetermin bei der Universität naht, ist auch eine Expresslieferung möglich. Das kann bei kurzen Arbeiten mitunter noch am selben Tag gehen! Am besten bespricht man alles Notwendige am Telefon, um wertvolle Zeit zu sparen.

Wie sehe ich, was korrigiert wurde?
Word hat die wunderbare Funktion “Änderungen nachverfolgen“. Wenn ich diese aktiviere, werden alle Änderungen (Buchstaben/Wörter/Satzzeichen hinzufügen/löschen) rot angezeigt und am linken Seitenrand erscheint ein vertikaler, schwarzer Strich (dieser ist sehr hilfreich, um z. B. einzelne, gelöschte Leerzeichen aufzuspüren!). Der Student kann nach Erhalt der korrigierten Version seiner Arbeit einfach per Mausklick bei jeder Änderung entscheiden, ob er sie annehmen oder ablehnen möchte. Word fügt dann automatisch die geänderte/vorherige Version ein.
So sieht ein korrigierter Auszug aus:

Und nun viel Erfolg beim Verfassen der Abschlussarbeit!

Änderungen nachverfolgen

 

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