Die Tradika-Meinung

Ich rufe heute mal eine Rubrik ins Leben, die ich die Tradika-Meinung taufe. Immer wieder laufen mir Neuigkeiten, Themen oder Sachverhalte über den Weg, zu denen ich mir eine Meinung bilde. Von dieser möchte ich nun ab und dann auf meinem Blog berichten.

Da der Master in Germersheim (in einer Woche) für mich zu Ende ist, kann ich mir guten Gewissens erlauben, ihn und auch den Bachelor zu beurteilen. Natürlich fange ich nun nicht an, sämtliche Aspekte und Vor- und Nachteile hier aufzulisten, sondern ich picke mir einen ganz bestimmten Aspekt heraus, nämlich:

Mit dem B.A. und M.A. Sprache, Kultur, Translation zum Literaturübersetzer?

Ich gebe zu, ganz so einfach kann man diese Frage nicht beantworten. Im B.A. und auch M.A. an der Uni Germersheim sind keine Pflichtmodule zum Thema Literaturübersetzen vorhanden. Bestandteil von gängigen sprach-, kultur- und translationswissenschaftlichen Seminaren ist das Literaturübersetzen auch nicht. Ganz selten gibt es mal ein Referatsthema dazu oder es wird kurz angerissen. Wer es also nicht gerade darauf anlegt, der begegnet dieser nicht zu unterschätzenden Art der Übersetzung fünf Jahre lang fast überhaupt nicht.

Ich persönlich hatte in den unzähligen Übersetzungsübungen der letzten fünfeinhalb Jahre nur sehr wenige Texte aus der Belletristik oder z. B. aus einem Sachbuch, vielleicht drei oder vier. Der Fokus in Germersheim liegt also so gar nicht auf dem Literaturübersetzen und man kann darüber auch keine tiefgehenden (Er)Kenntnisse gewinnen, wenn man nicht als eines der wenigen Wahlpflichtmodule ein Modul zum Literaturübersetzen wählt. Wer also seine Berufung im Literaturübersetzen sieht, der muss in Germersheim schon selbst aktiv werden und sein Studium ganz bewusst gestalten. Immer wieder gibt es auch Projekte, die von Germersheimer Dozenten betreut und bei denen Bücher übersetzt werden – auch hier muss der gewillte Student aktiv werden.

Meine Meinung: Mit dem üblichen Ablauf im B.A. und M.A. SKT in Germersheim wird man nicht auf die Laufbahn als Literaturübersetzer vorbereitet, der Schwerpunkt liegt viel stärker auf allgemein- und fachsprachlichen Übersetzungsübungen (leider auch immer wieder mit absolut praxisfernen Übungstexten). Wer nach dem Studium gerne als Literaturübersetzer seine Wege gehen möchte, der muss sein Studium ganz aktiv gestalten und sich alle Vorlesungen, Übungen und Seminare zum Thema Literaturübersetzen zusammenpicken und notfalls auch als Hörer besuchen.

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