Webinar vs. Seminar

Des Öfteren schaut man mich verdutzt an, wenn ich von “Webinaren” spreche. Der Begriff Webinar hat noch nicht unbedingt die Runde gemacht und ist daher vielen unbekannt. Die klassische Form einer weiterbildenden Veranstaltung ist das Seminar.

Zur Wortherkunft: Das deutsche Wort Seminar stammt vom lateinischen seminarium, das laut meinem Lateinisch-Deutsch-Wörterbuch (Langenscheidt) Baum-, Pflanzschule; Keim, Anfang und im Neulateinischen (akademische, geistliche) vorbereitende Bildungsstätte heißt. In dem Wort seminarium steckt das Wörtchen semen, das Same(nkorn), Setzling bedeutet. Abgesehen von der neulateinischen Bedeutung hat seminarium also noch keinen offensichtlichen Bezug zum heutigen Seminar. Mit etwas Phantasie und der Fähigkeit, um die Ecke zu denken, kann man den Sinn der Baumschule, in welcher Setzlinge großgezogen werden, auf weiterbildende Veranstaltungen übertragen, bei denen die Teilnehmer ebenfalls – durch neu erlangtes Wissen an sich selbst – “wachsen”.

Zurück zum Thema. In einer Gesellschaft, in der Nachhaltigkeit ein immer größeres Thema wird, sprechen natürlich Argumente gegen ein klassisches Seminar – Anreise, Papier für Material, Kosten etc. Wieso also nicht ein Seminar am Computer halten und sich des world wide webs bedienen? Geboren war das Web-inar. Das Webinar hat zwar keinen interessanten, lateinischen Ursprung, aber es ist dennoch auf dem Vormarsch! Gerade für Themen, die nicht besonders umfangreich sind, bieten sie sich an, sodass man einige Inhalte in 30 Minuten, einer Stunde oder auch eineinhalb Stunden vermitteln kann, ohne dass die Teilnehmer ins Auto steigen oder Bahn-/Zugtickets kaufen müssen, Räume angemietet werden und Materialien ausgedruckt werden müssen.

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3 Kommentare

  1. Hi Sarah,

    ein guter Artikel! Dazu eine kleine Ergänzung: In meinen Augen ist neben dem Kostenfaktor ein riesiger Vorteil von Webinaren der Zeitfaktor. Sie sind an sich kompakter als Seminare und man erspart sich, wie du schon sagtest, die Zeit der An- und Abreise (und evtl. Übernachtungen). In der Zeit kann man arbeiten oder hat mehr Freizeit – je nach Bedarf. Und so kann man Webinare viel besser in seinen Tages-/Wochenablauf einbauen als ein Seminar (besonders, wer Familie hat, weiß das zu schätzen), und man kann an wesentlich mehr Weiterbildungen teilnehmen – und die sind unbestritten ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Alles in allem also ein runde Sache :-)

    Liebe Grüße
    Franzi

  2. Sehr schön, Sarah!

    Zudem eignen sich Webinare auch wunderbar für kurzfristige Meetings zwischen Teilnehmern, die rund um den Globus (oder auch nur im eigenen Land) verteilt sind. Gerade wenn man z. B. gemeinsam Dokumente anschauen muss oder ähnliches. Muss also nicht immer nur um Weiterbildung gehen.

    LG
    Tanya

    PS: Und Du bist eine tolle Webinar-Leiterin!

  3. Andreas Rodemann

    Ein Nachteil von Webinaren aus Sicht des Moderators ist, dass man die Teilnehmer nicht sieht, also keine direkten Reaktionen der Teilnehmer, wie das sprichwörtliche Fragezeichen auf der Stirn, offensichtliches Desinteresse, etc., wahrnehmen und auf sie reagieren kann.
    Ein großer Vorteil von Webinaren ist die Flexibilität, mit der diese organisiert werden können. Viele Schritte, die für ein Seminar notwendig sind, wie Raummiete, Transport von Ausrüstung und Unterlagen (wodurch man auch nichts vergessen kann), Organisation von Verpflegung, entfallen. Webinare können von jedem beliebigen Ort aus gehalten werden (es ist nur eine Internetverbindung nötig), und auch die Teilnehmer können sich an einem beliebigen Ort (notfalls auch auf dem Balkon) aufhalten.

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